Equans und GreenFlux verwalten 2.500 öffentliche Ladestationen in Amsterdam

Die Umstellung auf Elektromobilität ist in Amsterdam in vollem Gange. Die Stadtverwaltung arbeitet intensiv daran, die Luft in der Stadt sauberer zu machen. Gemäß den Klimazielen strebt die Stadt Amsterdam an, die CO2-Emissionen bis 2030 um 60 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 zu senken.

Seit einiger Zeit unterstützt die Stadtverwaltung den Übergang von fossil betriebenen zu emissionsfreien Fahrzeugen durch ein umfangreiches öffentliches Ladenetz.

Im Jahr 2023 erhielt Equans, ein globaler Marktführer im Energie- und Dienstleistungssektor und zuverlässiger Partner für Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge (Electronic Vehicles, EV), zusammen mit GreenFlux den Zuschlag für den Betrieb von 2.500 öffentlichen Ladestationen in der niederländischen Hauptstadt. „Das war die erste große Konzession, auf die wir aufmerksam geworden sind und die zur Übernahme aller Ladestationen durch einen neuen Betreiber geführt hat. Wir werden diese Stationen für die nächsten acht Jahre betreiben“, erklärt Mark van den Berg, Projektmanager für Elektromobilität bei Equans.

„Diese öffentlichen Ladestationen sind über ganz Amsterdam verteilt. Einige befinden sich in belebten, touristischen Straßen, andere in der Nähe der Grachten. Manche dieser Ladestationen im Viertel NDSM und am Singelkanal sind mit Graffiti und Aufklebern übersät und sehen wie Kunstwerke aus. Wir planen, sie in Kunstobjekte umzuwandeln“, berichtet Van den Berg.

Werfen wir einen Blick auf die Geschichte hinter diesem Großprojekt.

Der Weg zu einer effizienten Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

Im Jahr 2022 war die Stadt Amsterdam auf der Suche nach einem zuverlässigen Betreiber von Ladestationen (Charge Point Operator, CPO), um den größten Teil des öffentlichen Ladenetzes in der Stadt zu verwalten. Die Behörde hatte strenge Anforderungen und daher ein gründliches Auswahlverfahren. Angesichts von bereits über 20.000 elektrischen Fahrzeugen strebte die Stadt ein zuverlässiges, funktionales und nahtloses öffentliches Ladesystem an.

„Mit dem Ziel des Übergangs zu emissionsfreier Mobilität suchte die Stadt Amsterdam nach der besten Hardware und neuesten Technologie. Sie stellte hohe Anforderungen an die Zukunftsfähigkeit und die Kompatibilität mit den neuesten Protokollen. Zum Beispiel verlangte die Stadtverwaltung Preistransparenz für die FahrerInnen und erstklassige Cybersicherheit zum Schutz des öffentlichen Ladenetzes“, erläutert Van den Berg.

Equans erhielt die Konzession für den Betrieb des öffentlichen Netzes dank weitergehender Recherche und Einbindung der der besten Hard- und Softwarepartner. Die Umrüstung von 2.500 Ladestationen erfolgte anschließend in verschiedenen Phasen.

In der ersten Phase wurden die Ladestationen übernommen. Dies umfasste eine technische Inspektion, Funktionstests, den Austausch von Aufklebern und die Aktualisierung von QR-Codes, um die Auswirkungen auf die FahrerInnen zu minimieren. Um den Übergang erfolgreich zu gestalten fuhren die technischen Teams durch enge Straßen voller Radfahrer und entlang der Grachten. Außerdem wurde in dieser Phase das Backend der Ladestationen auf die GreenFlux-Plattform migriert.

„Die Arbeiten erfolgten in einer anspruchsvollen Umgebung, insbesondere weil es sich um Amsterdam mit seinen vielen typischen Besonderheiten handelte. Normalerweise verfügen die Mechaniker über einen Transporter, aber in Amsterdam gibt es nur wenig Platz zum Parken. Außerdem sind die Straßen in der Regel voller Menschen und Fahrzeuge. Manche der Ladestationen befanden sich darüber hinaus direkt an einer Gracht. Für solche Stellen mussten wir Schwimmausrüstung bereitstellen“, erinnert sich Van den Berg.

Die zweite Phase war der Upgrade-Prozess. Dabei handelte es sich um ein Nachrüstungsprojekt, bei dem alle veralteten Ladestationen, die teilweise über zehn Jahre alt waren, durch technologisch fortschrittliche Alfen-Hardware ersetzt wurden.

In der letzten Phase wurde das gesamte Netzwerk für die öffentliche Nutzung bereit gemacht.

Anschluss an eine intelligentere Energiezukunft

Die Softwareplattform spielt eine entscheidende Rolle bei der Erteilung einer Konzession und dem Betrieb der öffentlichen Ladestationen.

„Die Softwareanbieter spielen eine entscheidende Rolle, vor allem bei hohen Anforderungen der Gemeinde, wie im Fall von Amsterdam“, sagt Van den Berg. „Wir stellten sicher, dass GreenFlux von Anfang an in den gesamten Konzessionsprozess einbezogen wurde. Wir wollten realistische, aber dennoch ehrgeizige Versprechungen machen.“

Wir als GreenFlux unterstützten Equans mit angemessenen Fortschrittskontrollen, einschließlich genauer Zeitpläne für die erforderlichen Lieferungen.

„In dieser Hinsicht unterstützte uns GreenFlux maßgeblich dabei, die Konzession zu gewinnen und sicherzustellen, dass wir unsere Versprechen einhielten.“

Hier sind einige der vielen Anforderungen der Stadt Amsterdam, an deren Erfüllung wir als GreenFlux beteiligt war:

  • Höchste Stufe der Cyber- und Informationssicherheit

Equans wählte GreenFlux, weil Sicherheit eine der wichtigsten Säulen und das Rückgrat unseres Geschäfts ist. Wir sind nach ISO 27001 zertifiziert und erfüllen die neuesten Sicherheitsstandards.

  • Fortschrittliche intelligente Ladefunktionen

In Amsterdam kommt es bei knapp der Hälfte der großen Verteilerstationen zu Netzengpässen. Durch intelligentes Energiemanagement wird sichergestellt, dass mehr Ladestationen am selben Netzanschluss betrieben werden können. GreenFlux ist ein Pionier im Bereich des intelligenten Ladens und bietet seinen CPO-Kunden fortschrittliche Funktionen. Wir beliefern Equans mit unserer einzigartigen Kapazitätsmanagement-Lösung, mit der unser Kunde den maximalen Stromverbrauch des öffentlichen Ladenetzes effektiv verwalten kann. Unsere Lösung reguliert auf intelligente Weise die Ladeleistung von E-Fahrzeugen, um den Gesamtbedarf zu senken und einen teuren Netzausbau zu vermeiden.

  • Preistransparenz

Angesichts der neuen AFIR-Verordnung, die im April 2024 in Kraft getreten ist, ist Preistransparenz seit einiger Zeit ein wichtiges Thema. Wir halten uns an die kommenden Vorschriften zur Preistransparenz, die in der AFIR-Verordnung in Übereinstimmung mit den OCPI- und OCPP-Protokollen festgelegt wurden. So können wir sicherstellen, dass der Ladepreis für FahrerInnen transparent ist.

  • Kompatibilität mit Protokollen

Die Stadt Amsterdam hatte auch viele technische Anforderungen und strebte eine zukunftssichere Lösung an, um die technische Kompatibilität mit kommenden Protokollen und Standards zu gewährleisten. Hierfür wählte Equans die Kombination aus GreenFlux und Alfen.

Van den Berg fügt hinzu: „Zusammen mit Alfen und GreenFlux waren wir zuversichtlich, dass wir das beste Benutzererlebnis bieten und alle für dieses Projekt erforderlichen Sicherheits- und Betriebsstandards erfüllen würden.“

Die Stadt Amsterdam suchte nach Funktionalitäten und Vorteilen, um das Aufladen von Elektrofahrzeugen für die FahrerInnen zu vereinfachen. Equans hatte bereits früher mit GreenFlux zusammengearbeitet, und diese Erfahrung war von großem Nutzen. „Abgesehen von den effizienten Lösungen und Dienstleistungen stellte uns GreenFlux einen Customer Success Manager zur Seite, der immer für alle unsere Anliegen verfügbar war“, berichtet Van den Berg.

„Darüber hinaus erhielten wir Unterstützung von ihrem Sicherheitsbeauftragten, der uns mit aktuellen Informationen zur Cybersicherheit versorgte, was für uns ein großes Plus war.“

Stadt der Kanäle und Ladestationen für Elektrofahrzeuge

Laut der Netherlands Enterprise Agency gibt es in den Niederlanden mehr als 120.000 öffentliche und halböffentliche Ladestationen und mehr als 500.000 Elektrofahrzeuge. 

Amsterdam ist dabei die Stadt mit den meisten Ladestationen (12.197) in Europa, gefolgt von London mit 10.781 und Rotterdam mit 7.762 (Daten beziehen sich auf Anfang 2024).

„Was viele Menschen in den Niederlanden vielleicht nicht wissen: Das öffentliche Ladenetz in Amsterdam ist die dichteste und am meisten genutzte öffentliche AC-Infrastruktur der ganzen Welt. Es gibt keinen anderen Ort auf der Welt, an dem es so viele öffentliche Ladestationen auf so engem Raum gibt. Dieses Projekt war eine Herausforderung, aber sehr erfüllend. Ich bin stolz darauf, dass wir es zusammen mit GreenFlux zu einem Erfolg gemacht haben.“

Equans und GreenFlux verfügen über eine gute Kommunikationsstruktur. Darüber hinaus treffen sich die technischen Teams beider Unternehmen regelmäßig, um den weiteren Fahrplan zu besprechen. „Genau das brauchen wir von einem Partner. Ich bin sicher, dass uns diese Zusammenarbeit und die reibungslose Arbeitsdynamik auch bei zukünftigen Projekten zugutekommen werden.“

Die Anzahl der von Equans und GreenFlux verwalteten öffentlichen Ladestationen wird sich verdoppeln, wenn die Partner bis 2024 weitere 3.000 Ladestationen in Amsterdam installieren.

Falls auch Ihre Organisation daran interessiert ist, sich um öffentliche Konzessionen für den Aufbau einer zuverlässigen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zu bewerben, hören wir bei GreenFlux gerne von Ihnen. Wir sind davon überzeugt, gemeinsam Lösungen entwickeln zu können, die für alle von Vorteil sind, eine Überlastung des Stromnetzes durch die steigende Zahl von E-Fahrzeugen vermeiden und einen reibungslosen Übergang zurnachhaltigen Mobilität ermöglichen können.